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InterviewDarrell Arnold
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Home of Rock: Ihr seid auf der PopKomm gewesen.Was war das für ein Feeling zwischen all den synthetischen Musik-Ergüssen? Darrell Arnold: Nun ja. Leider war die Präsentation sehr schlecht organisiert. HoR: Im Frühjahr seid ihr im Hard Rock Cafe in Boston aufgetreten. Wie war der Vergleich mit deutschen Clubs? D.A.: Hard Rock Cafe hört sich toll an. Dahinter verbarg sich aber mehr eine bessere Hamburger-Bude als ein Music-Club. Vor uns hat eine völlig
katastrophale Band gespielt und den Saal fast leergeblasen. Doch wir konnten die Leute mit unserer Musik wieder zurückerobern. HoR: Ihr tourt seit einigen Jahren durchs Land. Ist die Situation besser oder schlechter geworden? D.A.: Weder noch. Wir haben einige tolle Gigs z.B. mit BIG IN IOWA, Eric Burdon oder John Campbelljohn hinter uns. Die Massen ziehst du leider nicht in die Clubs. Bei dem Big in Iowa-Gig hatten wir knapp 60 Besucher. Allerdings habe wir uns inzwischen einen guten Ruf erspielt und dadurch viele Kontakte geknüpft. HoR: Wie weit sind Eure Verhandlungen mit einer Record Company? D.A.: Das ist z.Zt. noch alles in der Schwebe. Du kannst unsere neue CD bereits bei Media Markt oder Saturn kaufen. Mit Glitterhouse sind wir noch nicht ganz handelseinig. Wichtig wäre ein Vertrieb, zum Beispiel wie CD-Baby, in den USA. Da wir fast nur in Deutschland und den Niederlanden touren, sind wir dort natürlich ein unbeschriebenes Blatt. Das wollen wir etwas ändern. Darum auch die geplante kleine Tour im nächsten Jahr. HoR: Ihr habt ja beim Weltkulturfestival gespielt. Das hört sich super-intellektuell an. D.A.: Das kann man sagen. Es traten mehrere Künstler und Bands auf. Vor uns eine australische Gruppe. Das waren absolute Künstler an ihren Instrumenten. Total komplexe Musik mit tollen Einzelleistungen. Und dann wir Rocker hinterher. Das kann ja nicht gut gehen. Aber es ging. Die Leute waren aus dem Häuschen. Nach all der Musikkultur kam der ehrliche Rock'n'Roll für die Leute wie gerufen. Rock hatte das Schloß wohl noch nicht erlebt. HoR: Wie sieht es mit zukünftigen Projekten und Touren aus? D.A.: Zur Zeit promoten wir unsere neue CD. Allerdings liegen jetzt schon wieder soviel Songs auf der Halde, dass im nächsten Jahr neues Material erscheinen wird. Ich werde im Frühjahr ein Soloalbum als Singer/Songwiter
veröffentlichen. Thomas Jauer: Uns macht jeder Gig, ob vor 20 oder 200 Leuten immer noch großen Spaß. Schlimm ist es für Künstler, die einst Top waren
und jetzt wieder von vorne anfangen müssen. HoR: Nennt doch einmal Eure heutigen Lieblingsmusiker und Bands. Mayo: Zur Zeit fahr ich voll auf Contemperary Country ab. Carolyn Dawn Johnson, Kathy Mattea oder CONTINENTAL DRIFTERS find ich stark. Das ist eine Zeiterscheinung bei mir. HoR: Das kenne ich zur Genüge. Von dem Geld könnte ich mir heute einen gut erhaltenen Gebrauchtwagen kaufen. D.A.: Ja. Ich war und bin ein großer Neil Young Fan. Aber die letzte CD ist eine Katastrophe. T.J: Ich bekomme Magenkrämpfe, wenn ich die Monats-CD des "Rolling Stone" in die Hände bekomme. Ein Sammelsurium von grausigen Tracks. Der Musikgeschmack der Jung-Redakteure hat sich mir bis heute nicht so recht erschlossen. Was da drei Sterne kriegt. Nicht zu fassen. D.A.: Ach, so zwei, drei Tracks gefallen mir davon eigentlich immer. Aber der Rest ist wirklich gewöhnungsbedürftig. HoR: Wie lange spielt Ihr in dieser Besetzung zusammen? T.J: 1998 haben wir zusammengefunden. Mayo und ich arbeiteten an einer Rockoper über das Leben von Buffalo Bill. Eigentlich kein so ernstgemeintes Projekt. Just for fun. HoR: Darrell, Deine alte Fender Strato könnte auch so manche Geschichte erzählen... D.A.: Schon. Aber Mayo's Fender ist ein echter Klassiker. Er und seine
Gitarre sind unzertrennlich. Das wertvolle Stück will eigentlich gehegt und gepflegt werden. Aber Du wirst beim Konzert sehen, wie er gnadenlos das Letzte aus dem Teil herausholt. Gitarrensammler würden sicherlich zusammenzucken. Aber er ist der verspielte Typ in der Band. Oft baut er unvermutet Breaks ein, die so manchem Konzert überraschende Momente bescheren. HoR: Was ist passiert? D.A.: Meine Leslie hat ihren Geist aufgegeben. Und dieses akustische
Ersatzteil klingt für mich völlig unbefriedigend. T.J: Eigentlich ist die Doppelbelastung als Mixer und Player für Mayo auf Dauer unzumutbar. Aber anders ist es zur Zeit leider nicht machbar. Wir sind kein Superact, der alles vor die Nase gesetzt kriegt. Wir bauen auf, spielen und bauen ab. Das gehört halt dazu. Da ist es natürlich eine Erleichterung für uns, wenn die Clubs Hausanlagen haben. Dann hält sich die Installation in Grenzen. HoR: Ihr habt eine recht ansehnliche Homepage. Wer kam auf die Idee zur "Homepage des Monats". D.A.: Ich baue die Änderungen mit einem Freund ein und hatte auch die
Idee. Internet ist die Zukunft. Darum sind Magazine wie Eures
so immens wichtig. Ein nicht zu unterschätzendes Forum für
gute Musik. T.J: Ja, Darrell ist der Internet Spezialist. Ich habe null Ahnung. Aber telefonieren auf die gute alte Art kann ich perfekt. Werde mich aber auch ein bisschen reinfuchsen. Nach dem Konzert: HoR: Das war ja ein heißer Abend. D.A.: Ja. Der Laden hat sich beim 2. Set noch richtig gut gefüllt. Davor dachte ich, eine Pflichtzugabe und das war's. HoR: Alles Spätstarter. Sogar ein paar Mädels haben zu Eurer Musik getanzt. Das sieht man in der Mühle auch nicht alle Tage. D.A.: Sowas kommt bei unseren Konzerten öfters vor. HoR: Du musstest einige Male richtig improvisieren, als sich das Isolierband von Deiner Ersatzgitarre gelöst hatte und an den Saiten festklebte. D.A.: Das sind die kleinen Unwägbarkeiten. Aber Mayo hat das gut überbrückt. So eine Mistgitarre. Da sind ja die Billigdinger aus den Supermärkten besser. Mayo:Waren die Gitarren nicht generell zu leise? HoR: Nein, überhaupt nicht. Beide Gitarren, klangen gut. Allerdings stand ich nur knapp einen Meter vor der Bühne. Und aus dem Publikum waren keine Klagen zu hören. T.J: Wir haben selten so lange gespielt in letzter Zeit. 2 1/2 Stunden mit 2 Gitarren, Bass und Drums. Sowas ist ein Kraftakt. HoR: Ich wünsche Euch eine gute Heimreise und habt vielen Dank für das Interview. Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 30.08.2002 |
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