PRÄSENTIERT:
31.03.06, ESSEN, Cafe Nova (mit Gallmucke & Karma Come)
01.04.06, WARENDORF, Dublin Road (mit Gallmucke & Karma Come)
02.04.06, MÜNSTER-GIEVENBECK, Flamingo Bar (mit Gallmucke)
08.04.06, BOCHUM, Riff (PopUp NRW)
22.04.06, DUISBURG, HundertMeister (Live & Loud Tour)
29.04.06, AHAUS, Logo (Live & Loud Tour)
04.05.06, MÜNSTER, AMP (ehem. Bananenreiferei) (Live & Loud Tour)
05.05.06, ESSEN, Emo (mit Karma Come)
14.05.06, Münster, Gorilla Bar
19.05.06, KÖLN, Blue Shell (Live & Loud Tour)
20.05.06, ZEVEN, Piano (mit Im Grunde Knut u.a.)
02.06.06, NÖRTHEN HARDENBERG (bei Kassel), Pfingstfestival (mit Ötteband)

Nachdem das Home of Rock die Tour des jungen Trios präsentiert, bot es sich an, ein paar Fragen via Mail an Henning, Carsten und Phillipp (der die meisten davon beantwortet hat) zu richten, um diese noch etwas näher kennenzulernen. Vielleicht bekommt der eine oder andere nach der Lektüre ja noch mehr Lust, eines ihrer Konzerte, zumeist im Nordwesten unserer Republik, zu besuchen.
Home of Rock: Könnte Ihr ein bisschen über die Bandgeschichte von LHAMA erzählen - wie Ihr zusammengefunden habt und was für einen musikalischen Background Ihr habt?
Phillipp: Henning und ich haben bereits in unserer präpubertären Phase zusammen in einer Punkband gespielt, uns dann aber aus den Augen verloren und erst 2001 in Münster wieder eine Band gegründet. Mit dieser Band (MASON) haben wir dann eine Supportshow für die in Münster sehr bekannte Alternativband URSA MAJOR SPACE STATION gespielt, in der Carsten Basser war. Kurze Zeit später haben sich beide Bands aufgelöst, Henning und ich haben Carsten angerufen, einmal gejammt und sofort war uns klar, dass wir zusammen was machen wollen.
HoR: Wie kamt Ihr auf den Namen LHAMA?
Carsten: Nicht wir kamen auf den Namen, LHAMA kam zu uns. Ist beim Autofahren in mein Gehirn gefallen.
HoR: Was sind für Euch die wesentlichen Merkmale von LHAMA?
Phillipp: LHAMA bedeutet für mich persönlich Leidenschaft, Freundschaft, Arbeit, Spaß und einfach ein saugutes Gefühl.
Wesentliche Merkmale im Allgemeinen wären da wohl die Trioformation, Rock'n'Roll, große Gefühle, Kompromisslosigkeit. In unserem Info steht immer "emotional, ehrlich und direkt"... ich denke, das trifft's!
HoR: Wie funktioniert bei Euch das Songwriting? Geht Ihr mit festen Ideen ins Studio oder entsteht dort vieles durchs Jammen?
Phillipp: Wenn wir ins Studio gehen, stehen die meisten Songs. Bei der "Meridian" EP ist Ins Licht allerdings erst beim Jammen im Studio entstanden. Wenn Ideen kommen und funktionieren wird direkt aufgenommen. Ansonsten sieht's so aus, dass wir im Proberaum Ideen zusammentragen und dann weiter dran arbeiten. Oft bringt Henning ein Riff mit, teilweise aber auch komplette Songs, die Carsten und ich dann zerpflücken, schlecht reden, kaputtmachen aber trotzdem spielen...
HoR: Bei Münster fallen einem sofort Studenten und Fahrräder ein [und ein herrlicher Tatort-Kommisar; Red.] - wie würdet Ihr die dortige Szene charakterisieren?
Phillipp: Obwohl Münster nicht wirklich groß ist, gibt's durch die vielen Studenten doch eine Menge Möglichkeiten: Viele kleine Clubs und Kneipen, in denen man spielen kann und viele andere gute Bands. Man läuft sich zwar ständig über den Weg, kann aber durch solche Kontakte immer was auf die Beine stellen. Natürlich hat jeder hier und da was zu meckern, aber unterm Strich kann man hier verdammt gut Musik machen, auf die Bühne bringen, hören und leben.
HoR: Welches sind Eure Inspirationsquellen - musikalisch und außermusikalisch (also z.B. Bücher, Filme etc.)?
Phillipp: Musikalisch: Als wir mit LHAMA angefangen haben, haben wir sehr viel SELIG, NATIONALGALERIE, KUNG FU gehört und uns dadurch beeinflusst entschieden, deutsche Texte zu schreiben.
Ansonsten gibt's massig Bands, die uns inspirieren... z.B.: BLACKMAIL, FOO FIGHTERS, MUFF POTTER, JIMMY EAT WORLD... da fallen mir jetzt echt viele ein.
Neben Rock hören wir drei auch unterschiedliche Musik. Carsten hat neben LHAMA noch ein Projekt mit elektronischer Musik. Er hört eben auch viel HipHop, TripHop... Beats halt. Henning kommt eigentlich aus der Metalecke und ich höre auch gerne Funk und Jazz.
Außermusikalisch natürlich primär der Alltag, in dem wir natürlich auch mal Filme gucken und ein Buch lesen. Die Filmexperten sind Carsten und Henning, ich glaube Hitchcockfilme sind Hoch im Kurs, natürlich "Lammbock", "Big Lebowski", "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Bonnie und Clyde", Filme von Stanley Kubrick, "Herr der Ringe", "Leon der Profi" etc. Ich lese studienbedingt viele dt. Autoren, ansonsten lesen wir T.C. Boyle, Nick Hornby. Mein absolutes Lieblingsbuch: "Der Bär kommt heim" von Rafi Zabor.
HoR: Ein besonderes Merkmal von Euch sind auch die ungekünstelten Texte. Wie und wo entstehen die - in Bus oder Bahn, im Cafe oder zuhause am Schreibtisch?
Phillipp: Puh, schwieriges Thema, weil wir die Texte nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Wir sind gerade auf Norderney gewesen, um dort in drei Tagen und in aller Ruhe Texte für unser neues Album zu schreiben. Alle drei in einer Bude und jeder bringt natürlich das mit, was ihn gerade beschäftigt. Dann werden Ideen gesammelt und aufgeschrieben und dann wird halt gebastelt bis Text und Musik wirklich passen.
Sonst kommt Henning auch mit Vorschlägen oder einigen Zeilen in den Proberaum und wir werkeln daran rum. Jedenfalls ist das in den meisten Fällen ein schwieriger aber auch sehr lohnender Prozess, weil jeder einzelne von uns voll hinter den Songs stehen kann und komplett im Entstehungsprozess involviert ist.
HoR: Was hört Ihr, wenn Ihr auf Tour seid?
Lhama: Topfavorit: Fußballkonferenzschaltung.
HoR: Mit wem würdet Ihr gerne mal auf der Bühne stehen?
Phillipp: Keine Ahnung! Ich würde diversen Menschen gerne mal aus unmittelbarer Nähe zusehen, aber auf der Bühne immer wieder gerne mit Henning und Carsten.
HoR: Ihr seid demnächst ausgiebig auf Tour. Wie geht es dann weiter mit LHAMA?
Phillipp: Wir haben gerade die Vorproduktion fürs neue Album beendet, jetzt kommt die Tour und dann endlich das Studio, wo wir unser Debütalbum aufnehmen werden.
HoR: Wie seht Ihr den derzeitigen Stellenwert von selbstgemachter Rockmusik hierzulande - nach dem Comeback der Castingshow?
Phillipp: Castingshows interessieren uns nicht. Ich denke, dass Rockmusik abseits der Charts und des Mainstreams hier funktioniert. Es gibt wirklich wahnsinnig viele gute Bands, die nicht unbedingt sehr bekannt sein müssen. Das fängt schon hier in Münster an und wenn man ein wenig überregional unterwegs ist, trifft man und sieht man auch immer wieder Bands, die einfach verdammt gute Musik machen. Das merken auch viele Menschen und sind daher auch nicht auf Castingshows und TV-Bands angewiesen, zumal das Zielpublikum der Fernsehsender meistens nicht dem entspricht, das echte Rockbands haben.
HoR: Was war Euer bisher schönstes Erlebnis auf Tour?
Phillipp: Für mich gibt es nicht das schönste Erlebnis. Ich denke, dass jeder, der mit Begeisterung seine Musik auf Tour spielen kann, täglich schönste Erlebnisse hat. Es kommt vor, dass man vor 10 Leuten spielt, das Set aber so gut läuft, dass man außer der Musik nicht mehr viel wahrnimmt... "sich in der Musik verlieren" ist so ein schönstes Erlebnis. Wenn Leute nach dem Konzert CDs kaufen und dir erzählen, dass sie die Musik und die Texte cool finden... tja, Komplimente mögen wir doch alle. Immer wieder super ist auch das Treffen befreundeter Bands auf Tour. Natürlich auch unser Jahresabschlusskonzert in Münsters Gleis 22: Volles Haus, viele Fans und Freunde, die die Lieder mitsingen und im Anschluss auch noch Vollgas geben. Ich brenn schon wieder auf die nächste Tour.
HoR: Was wollt Ihr zum Abschied den Lesern von Home of Rock mit auf den Weg geben?
Phillipp: Keine Ahnung... was sagt man denn da? Rock on? Oder viele Grüße auch an die Verwandtschaft? Danke fürs Interesse!
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