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Sigurd

"Einsamkeit und Depression."

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Das unkonventionelle Westschweizer Duo SIGURD rekrutiert sich aus Mathieu Urfer und Sebastien Altevogt. Mit diesem hatte ich die Gelegenheit, über SIGURD, das Album "Doppelgänger"), die musikalische Vergangenheit sowie die nahe Zukunft ein Interview per E-Mail zu führen.

Home of Rock: SIGURD ist aus den Überresten von CHEWY entstanden. Kannst Du uns etwas über Euren musikalischen Werdegang erzählen?
Sebastien: Mat spielte in einer Popgruppe namens MAYONNAISE bevor er 1997 zu CHEWY gestoßen ist. Ich kam im Jahre 2000 zu CHEWY, nachdem ich zuvor in einigen Death- und Black Metal Bands gespielt habe. Wir haben SIGURD vor zwei Jahren gegründet, kurz nachdem wir beschlossen hatten, CHEWY aufzulösen.

HoR: Warum habt Ihr ausgerechnet das deutsche Wort "Doppelgänger" als Titel für Euer erstes Album gewählt?
Sebastien: Wir mochten beide den Klang der deutschen Sprache und wollten damit die zweiteilige Ausrichtung von SIGURD noch erweitern. Schließlich passt die Bedeutung von "Doppelgänger" auch sehr gut zu unserer Musik.

HoR: Wie arbeitet Ihr im Studio? Gibt es bereits fertige, in sich abgeschlossene Songs wenn Ihr die Aufnahmen beginnt oder ist es eine Art Puzzle bis ihr das Endergebnis erreicht?
Sebastien: Die Strukturen der Songs sind bereits vollendet, aber Soli und Breaks wurden spontan eingefügt. Auch die Texte wurden einige Tage vorher, oder zumindest einige Minuten bevor die Aufnahmen begannen, geschrieben, mit Ausnahme von Twin Sisters.

HoR: Was sind Eure musikalischen Einflüsse? Und gibt es außerhalb von Musik Inspirationen für Euch?
Sebastien: Mat und ich haben so deutlich verschieden Einflüsse und Anregungen für Musik.ich kann tatsächlich keine Gemeinsamkeiten finden, so dass ich sagen möchte, dass unsere Inspiration daraus herrührt, etwas aus diesem zu erschaffen, was wir aufgrund dieser Unterschiede nicht kontrollieren können und uns einfach von dem leiten zu lassen, was aus dieser fehlenden Kontrolle entsteht. Für mich kann jede Musik eine Inspiration sein, die roh und ehrlich ist, was heutzutage sehr selten ist Mat ist scharf auf Kunst, Gemälde und Filme; ich bin versunken in psychiatrischer Literatur. Ich denke, wir wären beide froh, Gefühle wiederzuentdecken, die nicht intellektualisiert, verkopft sind, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, um in der Lage zu sein "Musik" machen zu können.

HoR: Warum gibt es so viele großartige Bands in der Westschweiz? Was ist das Geheimnis, dass es dort eine fantastischer insbesondere Post-Rock-Bands gibt?
Sebastien: Vielleicht Einsamkeit und Depression? Haha.ich weiß es wirklich nicht. Musik ist vielleicht die einzig verbliebene Möglichkeit, am Leben in diesem seltsamen Land teilhaben zu können.

HoR: Kommen wir zu "Doppelgänger" zurück: es gibt darauf eine Vielzahl unterschiedlicher Stile und Stimmungen: es hat jede Menge Atmosphäre, es grooved und rockt auch häufig richtig geradeaus. War es Eure Absicht, ein Post-Rock-Album zu machen, das mehr nach Rock 'N' Roll als nach Mathematik klingt oder wie würdest Du die Grundaussage des Albums beschreiben?
Sebastien: Es wurden überhaupt keine Absichten berücksichtigt. Das Album ist tatsächlich überhaupt nicht, was ich mir erwartet hatte und das gilt für Mathieu genauso, denke ich, es war einfach nur die musikalische Begegnung zweier Individuen, die sich über die Jahre gut aufeinander abgestimmt haben und die versucht haben, persönliche Ziele und äußere Einflüsse zurückzustellen um ihre vergessenen, ureigenen Gefühle wiederzuentdecken. Wir haben versucht, überhaupt keinen Einfluss auf das zu nehmen, was dabei entstehen wird und das war der richtige Weg. Beim nächsten Album wird nötig sein, noch weniger Kontrolle auszuüben.

HoR: Was sind Eure weiteren Pläne mit SIGURD? Macht Ihr als Duo weiter oder gibt es Ideen für eine Zusammenarbeit mit anderen Musikern? Hegt Ihr die Absicht, mit SIGURD Musik für Filme zu machen?
Sebastien: Wir beabsichtigen, so viele Live Shows wie möglich zu machen, natürlich ein zweites Album, wir wollen andere Wege ausprobieren, um uns selbst noch freier zu fühlen, neue Dinge für unseren Geist ergründen und für den Augenblick auch weiterhin als Duo existieren. Wir haben keinerlei Pläne für Soundtracks und ich muss sagen, dass mich das auch nicht reizt.

HoR: Wenn Ihr live spielt, wie werdet ihr die mitunter mächtigen Soundwälle Eures Albums auf die Bühne übertragen? Sind zusätzliche Musiker mit dabei? Gibt es einige optische Elemente, die Euch für die Show wichtig sind?
Sebastien: Wir spielen die Sachen live genau so, wie wir sie aufgenommen haben, mit möglichst wenigen Ergänzungen. Keine zusätzlichen Musiker, die Umsetzung sollte insofern kein Problem sein. Als optisches Element haben wir nur unsere Gesichtsausdrücke, wenn wir spielen. Intimität und Ehrlichkeit, wie ich hoffe, sind dabei am allerwichtigsten.

HoR: Werden wir die Gelegenheit haben, SIGURD in Deutschland zu sehen?
Sebastien: Wir werden einige Auftritte hier haben im Rahmen unserer Tour zusammen mit HONEY FOR PETZI vom 6. bis 22. Oktober. Einzelheiten warden bald auf unserer Myspace-Seite veröffentlicht warden.

HoR: Habt Ihr noch ein abschließendes Statement für unsere Leser?
Sebastien: Ich hasse abschließende Statements. Ich mag nicht gerne reden, ich würde lieber ein abschließendes Statement spielen. Ich hoffe, wir sehen uns in Deutschland und dann können wir miteinander sprechen..

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Arne von Nois-O-lution, der das Interview ermöglicht hat.

Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 28.08.2006

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