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Kiss

Mannheim, SAP-Arena, 10.06.2008

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Alive 35
Mannheim, SAP-Arena, 10.06.2008

Paul Stanley - "The Starchild" (Vocals & Guitar)
Gene Simmons - "The Demon" (Vocals & Bass)
Tommy Thayer - "The Spaceman" (Guitar)
Eric Singer - "The Cat" (Drums)

You wanted the best - you've got the best!
The hottest band in the world: KISS!

Zitat: "Wir sind uns einig, ohne die kraftvolle Performance, ohne all die pyrotechnischen Spielerein, ohne die Explosionen, das Feuer- und Blutspucken wären KISS wohl nie zu dem Megaact herangereift, zu welchem sie schließlich geworden sind. Auf Konserve oft nur mittelmäßiger Heavy Rock mit angezogener Handbremse, blühen die vier Rockmonster auf der Bühne regelrecht auf und erreichten nicht selten Höchstform. KISS waren und sind ein Liveact ohne Beispiel, eine Band, die nur versteht, wer einmal staunend vorne am Gitter gestanden hat und sich verwundert die Augen gerieben hat."
Wo habe ich das kürzlich doch gelesen? Egal.
[Guckst du hier: "Alive 1975-2000". Vielleicht kennst du den Typen ja. Red.]
Denn: Dieser Einschätzung ist eigentlich nichts hinzuzufügen und konnte auch am 10. Juni 2008, als der KISS-Tross in Mannheim Station machte, sehr gut nachvollzogen werden.
Der Vergleich zwischen dem optischen Eindruck und dem bloßen Hören von KISS' Musik fiel an diesem besonderen Abend deshalb so leicht, weil es gleich nach der Show die Live-Doppel-CD vom selben Abend (!) zu kaufen gab! 20 Euro. Ich sage: Hut ab! Technische und logistische Glanzleistung, sehr fanfreundlich.

Das Hören allerdings ernüchtert. Das ist alles nur mittelmäßig: Durchschnittliche Gesangsleistungen gepaart mit überflüssigen und handwerklich verbesserungswürdigen Gitarren- und Schlagzeugsoli. Dazu lästige Ansage- und Mitklatschpassagen. Lediglich bei den Zugaben, den Klassikern Love Gun, I Was Made For Lovin' You, Shout It Out Loud und Rock'n Roll All Night vermag – wohlgemerkt beim Hörer der Live-CD – so etwas wie Gänsehaut aufkommen.
Ganz anders – wir wechseln wieder die Perspektive – die visuelle Darbietung der zweistündigen Show "Kiss Alive 35". Das war ganz ganz großes Tennis. Da sah man die unangefochtenen Könige des Entertainment made in USA: Feuer, feuerspuckende Gitarren, Explosionen und allerlei pyrotechnisches Spektakel, dazu Blut. Am Schluss sogar Konfettiregen wie am Broadway zum Unhabhänigkeitstag. Irre. Und mitten drin flogen die Bandmitglieder Gene "The Tongue" Simmons und Paul Stanley (nur von dünnen Drahtseilen gehalten) durch die Halle. Wer das nicht gesehen hat, der glaubt es nicht.
Das ganze erinnerte deshalb auch nur entfernt an ein Rockkonzert und ging mehr in Richtung Zirkus, im positiven Sinne wohlgemerkt. Auch hier haben KISS Maßstäbe gesetzt. Wie gesagt: So etwas können die Amis wie niemand sonst.

Die 2008er Tour gilt schon jetzt als die erfolgreichste aller Tourneen, fast täglich werden weitere Zusatztermine genannt, zuletzt Nürnberg, 26. Juni 2008.

Tim C. Werner, (Artikelliste), 12.06.2008

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