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Weert/NL, De Bosuil, 05.06.2009

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Fotos: Torsten Starke

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Weert/NL, De Bosuil, 05.06.2009

Vehement wie Shermans Reiterei, mit stampfenden Hufen und schnaubenden Mähren, fielen sechs Revolverhelden am 05.06.2009 in Weert/Holland ein. Die OUTLAWS kamen in die beschauliche Stadt. Sie machten keine Kompromisse, sie machten keinen Gefangenen. Es war gegen 22:30 Uhr, als die Attacke begann. Wie ein texanischer Tornado wirbelten sie über die Bühne, mit allem, was sie zu bieten hatten: Unsterbliche Southern-Rock-Klassiker, virtuos gespielte Leadgitarren, himmlische Harmony-Vocals, eine sympathische Bühnenpräsenz und eine Menge Spaß an dem, womit sie gerade beschäftigt waren. Würde diese Guitar-Army unter Ägide der UNO-Blauhelme eingesetzt, wäre jeder Friedenseinsatz ein garantierter Erfolg! Der Beweiß: Nach der fulminanter Show gab es nur glückliche Gesichter - auf der Bühne und vor allem davor.

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THE OUTLAWS packten alles aus den Satteltaschen, was die Band in den 70er-Jahren so berühmt gemacht hat. Hits wie There Goes Another Love Song, Hurry Sundown oder You Are The Show machten den Abend zu etwas ganz Besonderem. Evergreens wie The Prisoner, Song In The Breeze und Freeborn Man ließen ihn unvergesslich werden und Hymnen wie Ghost Riders In The Sky und Green Grass And High Tides erhoben ihn zum Konzerthighlight des Jahres.

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Es war eine ausgezeichnet eingespielte Band, die im 'Bosuil' agierte. Die Reinkarnation der OUTLAWS fegte anfängliche Zweifel schnell beiseite. Besser gesagt, bereits gleich beim Beginn. Perfekte Harmony Vocals, vorgetragen aus fünf rauen Südstaatlerkehlen, ließen die Luft schmelzen. Frontman Henry Paul gab den Ton an. Natürlich musste er sich an dem leider viel zu früh verstorbenen 'Mr. Outlaw' Hughie Thomasson messen lassen. Und natürlich ist es schwer, mit dessen vibrierendem Falsett zu konkurrieren. Die Songs der OUTLAWS verlangen nun mal die von Hughie intonierte Tonart. Trotzdem schlug sich Henry Paul wirklich wacker - auf seine Art und auf Art der neuen OUTLAWS. Man hatte eben nicht das Gefühl, Hughie würde dort oben stehen, wenn man die Augen schloss. Aber sobald Randy Threet, einer von Henrys BLACKHAWK-Flankenreitern, unterstützend eingriff, entfaltete sich die Magie vollends. Ein neuer OUTLAWS-Sound, nah am Original, aber durchaus eigenständig, wusste zu überzeugen.
Wahre Gitarrenschlachten lieferten sich Billy Crane und Chris Anderson [siehe u. a. auch Neil Carswell; Red.]. Exzellent aufeinander abgestimmt, flogen sie durch die Soli. Egal ob doppelstimmig oder abwechselnd, jeder Ton passte, jede verdammte Triole entfaltete ihre kolossale Wirkung. Wie zwei Feuerstürme vereinigten sie sich immer wieder zum heißen Backdrift, gezündelt und gepflegt von den OUTLAWS. Ihre Duelle ließen das Berühmte vom O.K. Corral wie einen lahmen Schneckencrash erscheinen. Nach der Show gab es im Publikum einige Debatten, welcher der beiden Gunfighter an seiner Rifle mehr überzeugte. Sowohl Crane als auch Anderson punkteten dabei ausgiebig. Billy Crane, er ritt mit Henry Paul schon gemeinsam bei der HENRY PAUL BAND, spielte seine Parts nicht nur, er erlebte sie. Des Öfteren ging er bei seinen Soli zu Boden. Nicht etwa aus Schwäche, sondern aus Leidenschaft. Chris Anderson, er gehört zu Henry Pauls BLACKHAWK-Bande, stemmte sich mit stoischer Ruhe gegen sein Pendant auf der anderen Bühnenseite. Mit leicht verzerrtem Gesicht stürmten seine Finger über die Saiten. Nur hin und wieder ließ er sich zu einem leichten Grinsen hinreißen, wenn das Publikum seine gekonnten Pentatonic-Ausflüge mit Jubel und Applaus quittierte.
Über all dem thronte Schlagwerker und Ur-OUTLAW Monte Yoho. Mit seinem zufriedenen Lächeln dirigierte er die Band durch die über 100 Minuten dauernde Show. So ein Haudegen hat es nicht nötig, sich mit überflüssiger Soloarbeit zu produzieren. Als Rückgrat der Band gab er ihr auf der Bühne Halt und Stabilität, streichelte sein Schlagzeug absolut songdienlich und genoss den Auftritt zudem sichtlich.
Billy Crane zeigte ab und zu ein ähnlich schelmisches Lächeln wie ehedem Billy Jones, spielte aber meist die Parts von Hughie. Chris Anderson konzentrierte sich eher auf die Parts von Billy Jones, lächelte dabei fast nie und Monte Yoho grinste die ganze Zeit und spielte die Rolle des Monte Yoho.

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Die OUTLAWS in dieser Formation sind natürlich nicht die die OUTLAWS von 1977. Aber es ist schon so wie mit der alten Axt vom Grandpa. Dreimal wurde der Stil ausgetauscht und zweimal die Klinge, aber es ist immer noch die alte Axt. OUTLAWS sind OUTLAWS. Würde diese Truppe das Bandbanner nicht hochhalten, könnte diese Musik nicht mehr live genossen werden. Vielleicht höchstens verhunzt von irgendwelchen frustrierten Cover-Heinis, die meinen, dass Namen wie etwa GHOSTWRITERS oder HENRY SUNDOWN für eine OUTLAWS Tribut-Band witzig seien, während sie anderen, authentischen Bands die Auftrittsmöglichkeiten stehlen.

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Was uns sonst noch aufgefallen ist: Drummer Monte Yoho spielte sein Instrument in eleganten weißen Handschuhen.
Eine enthusiastische französische Familie, die die erste Reihe okkupierte, fand einen solchen Draht zur Band, dass die den Teenie-Sprößlingen unaufgefordert mehrere Pleks in die Hand drückte.
Die Nummernschilder der Kutschen auf der Koppel vor dem Veranstaltungs-Saloon wiesen eine internationale Note auf. Holländische, belgische, französische und deutsche Wagen gesellten sich einträchtig nebeneinander. Wobei einige Fans sogar aus dem weiten Osten der Bundesrepublik angereist waren. Der Treck zog offensichtlich von Cottbus durch den Spreewald über das Havelland bis Holland.
Die 26 Euro Eintritt pro Ticket waren nicht preisgünstig, aber voll und ganz angemessen.

Übrigens: Ein bisschen mehr rechtsfreier Raum wäre nicht nur in Holland wünschenswert.

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Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 09.06.2009

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