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Fotos:
Adelina Schmidtlein
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Nach der Show: Rebel Storm & Georg B. - 38 KB
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Takin' the hard way...
Da kommt eine völlig unbekannte Southern Rock Band aus Tacoma, Washington mit nur einer CD nach Europa, spielt 7 Gigs in Deutschland und einen in Holland, hat mächtig Spaß und zündet nebenbei die Clubs reihenweise an.
Die Auftritte in Gotha, Hof und Horb habe ich leider aufgrund diverser Alterszipperlein nicht sehen können, alle (incl. Clubbesitzer und unserer Ilka und dem Markus haben nur geschwärmt), also dann auf ins Cafe Kapilio im schwäbischen Langenau bei Ulm. Klein und nett und Jeanne, die multifunktionale Tourbegleiterin, meint lapidar "I think the boys will blow out the windows tonight". Das ist nicht passiert, die Schwaben bauen stabil, und der winzige Club war ordentlich gefüllt mit Menschen, die Bock auf Southern Rock hatten.
Don "Big D" Swensen erzählt, dass alles mit diesem Review von diesem Joachim vom Home of Rock angefangen hat. Plötzlich kamen CD Bestellungen und daraus ist die Idee dieser Europareise entstanden.
An dieser Stelle loben wir uns mal selbst: Früher hat MTV Trends gemacht. Heute übernimmt Home of Rock das. Oder so.
Wenn man sich die Männer der Band ansieht, merkt man sofort: Hier ist eine Band heiß auf exzessiven Rock & Roll. Schon beim Soundcheck wird nicht geschäkert, es wird gerockt. Und so soll es beim Konzert auch sein.
Um allen Nörglern und Notenzählern zuvorzukommen, ja, ich habe sie gehört. Die paar kleinen Fehler und Unzulänglichkeiten. Logisch, denn im Wohnzimmer hört man so was viel besser als auf der großen Bühne. Und natürlich habe ich auch alle alten Helden vor meinen, beim rocken geschlossenen, Augen gesehen. Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, die Outlaws und ganz oft die Allman Brothers. Ich bin ja nicht taub. Aber: Southern Rock erfindet man heute nicht mehr neu und wenn ich solche Musik in derart erfrischender Art und Weise und ohne ein einziges Cover hingeknallt bekomme, dann kann ich nur noch vor Freude grinsen.
23 Songs lang (incl. Drumsolo) lassen REBEL STORM die Sau raus. Alle 10 Songs von "Stormin' South" und, nach Adam Riese, 13 weitere.
Der Gesang wechselt zwischen Gitarrist Billy Moss und Bassist Don Swensen. Billy singt wie er spielt: Aus dem Bauch, wild, heftig, ohne Rücksicht auf Verluste. Don ist mehr der "Klassiker". Dazu das Schlagzeugspiel von Dolph Lundgren, sorry, Bobby Nesbitt, bei dem ich Anfangs skeptisch war. Modellathleten am Schlagzeug sind mir immer suspekt. Oft klingt das nach Gewichtheben, aber Bobby hat neben seinem brachialen Punch auch noch eine ganz vorzügliche Technik und er groovt. Alle Achtung! Das hat Erstligaformat.
Keyboarder Joe Turnbull war offenbar bei Leuten wie Chuck Leavell in der Schule, variiert also zwischen mörderischem Boogiepiano und flächendeckendem Lead-Keyboard.
Und dann wäre da noch der zweite Gitarrist. Kurzfristig als Ersatz für den in den Staaten unabkömmlichen Mark Baker engagiert und auf der Bühne eine echte Sensation. Billy Leach kommt eigentlich mehr aus der Bluesrock Ecke, lässt aber bei Rebel Storm unheimlich die Funken fliegen. Was Billy und Billy an double leads in den guten zwei Stunden raushauen ist schlicht phänomenal. So und nicht anders muss eine Southern Band klingen, egal ob es nun neu oder gebraucht ist.
Das Programm deckt den gesamten Southern Rock ab. Highspeedrocker, getragene Jams, schöne Balladen, leicht funkige Groover, simple Rock & Roller (aber was ist schon simpel, wenn sich normale Gitarristen die Finger brechen würden bei solchen Eskapaden), bluesige gib-mir-bitte-5-Minuten-bis-zur-Explosion Monster und halsbrecherische Twin Guitar Granaten. Fehlt was?
Bezeichnend für diese Musik und für die Klasse der Band ist, dass alles nach großer Bühne klingt und nicht nach winzigem Club.
Die CD "Stormin' South" ist beileibe nicht schlecht. Aber die Songs kommen live um Meilen besser. Und die bisher nicht veröffentlichten Titel sind um keinen Zentimeter schlechter. Was sagt uns das? Wir dürfen uns auf die nächste CD freuen. Und auf die nächste Tour. Und damit eines klar ist: So billig kriegt man die Band nie mehr! Die die da waren werden beim nächsten mal ihre Freunde mitbringen, denn Rebel Storm überzeugen nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihr supernettes Auftreten.
Southern Rock is still alive!
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