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Konzertbericht:
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Zuerst ein Lob an die Location. Das NEW BACKSTAGE ist mehr als eine Alternative zum demnächst geschlossenen Kunstpark Ost und seinen diversen Clubs und Hallen. Deutlich größer als das alte Backstage, nicht so versifft, hervorragende Soundbedingungen, faire Getränkepreise, anständig gelöster Barbereich ohne größere Schlangen, Garderobe außerhalb der Halle, Stufen im hinteren Teil, man sieht also auch ganz hinten noch gut. Das ist mal eine erfreuliche Sache. Es stellt sich bald heraus, die GAZA STRIPPERS sind es nicht. Die kennt kaum jemand (lesen die Kids das Home of Rock nicht?). Es wird also auch nicht mit Enttäuschung aufgenommen, als die Ansage kommt, dass die Band ohne Sänger und Leader Rick Sims auftreten wird. Rick musste schnellstens zurück nach Detroit, da seine Frau Probleme mit den ungeborenen Zwillingen hatte. Wie wir hörten, geht es ihr inzwischen wieder besser, sie muss allerdings die Schwangerschaft liegend verbringen. Good luck! Unter diesen Umständen wurde der Set natürlich ein wenig umgestellt. Heraus kam dabei eher nicht der Strippers-typische hysterisch-kernige Punk'n'Roll, sondern eher eine Art Jam-Punk mit einer Menge Speed und relativ viel Groove und deutlichen HELLACOPTERS-Einflüssen, speziell bei den Nummern, bei denen die Copters ausgeholfen haben. Natürlich gab es einige Abstimmungsprobleme, viel Zeit für Proben hatte man ja nicht, aber das ist bei dieser Art von Musik eher unwichtig. Im Vordergrund stehen Spielfreude und Spaß und den hatte die Band ganz zweifelsfrei. Und das Publikum, inklusive mir, auch. Einer der Hypes des Jahres kommt als nächstes. THE DATSUNS. Die Platte ist ja wirklich geil, aber können die jungen Burschen das auch live bestätigen? Auch wenn Dolf D. live noch etwas dünner klingt als auf Konserve, was die 4 Neuseeländer auf der Bühne abbrennen, lässt kein Auge trocken. Ich rede von der Musik, nicht vom juvenilen Rumgekaspere und den teilweise recht "zügellosen" Plärrattacken von Dolf. Die DATSUNS holzen sich also durch ihr Album, spielen dazu ein paar weitere Nummern und haben mächtig Spaß vor diesem relativ großen Publikum. Das wiederum hat ebenfalls Spaß, was die diversen Crowdsurfer beweisen. Mir ist das allerdings too much - aus dem Alter, in dem mich ein Turnschuh im Gesicht nicht stört, bin ich raus - und ich verzieh mich nach hinten. Näher zur Bar und außerdem ist der Sound hinten eh nicht schlechter (s.o.). Die Fotografen vorne kriegen es allerdings dicke ab. Einer der Höhepunkte des Sets ist What Would I Know mit zwischenzeitlich herausgenommenem Tempo und einer irren Steigerung mitten hinein ins Hardrockerepizentrum. Oder At Your Touch und Freeze Sucker. Mehr bodenständiger Highspeed-Hardrock geht nicht. Umbau, Vorhang auf, reichlich großes Bühnenbild für eine Action-Rock-Kapelle und dann 90 Minuten HELLACOPTERS. Ähm, tja, was soll ich sagen? Zuerst mal bin ich etwas enttäuscht vom matschigen Sound. Das hatten die DATSUNS besser im Griff. Dann fällt mir das Gepose von Frontschreihals Nick Royale irgendwie negativ auf. Was ist das? Schweinrock oder POISON? Die HELLACOPTERS sind eine fleißige und längst routinierte Liveband. Das hört man (positiv wie negativ) sehr deutlich. Um diese Herren aus der Reserve zu locken, muss schon mehr als 1.000 partywütige Headbanger passieren. Denen allerdings sind alle Unsauberkeiten, Fehler und tausendmal gemachten Posen völlig egal. Die Menge geht ab wie Nachbars Dackel. Menschen und Bier fliegen von vorne nach hinten und umgekehrt, jeder neue Song wird begrüßt wie das siebte Weltwunder. Mir passiert es mehr als einmal, dass ich eher gelangweilt rumstehe und mein Bier trinke. Vor allem bei den schnellen Heavy Songs (was natürlich nicht wenige sind) und den diversen Punknummern. Das ist mir etwas zu sehr gekünstelt, nicht wirklich ambitioniert und speziell Nick kommt mit einer gewissen "ist ja nur ein Job"-Einstellung rüber. Der Sound wird natürlich viel besser ab der zweiten Nummer, kein Grund zur Klage mehr. Die Stimmung im Volk ist wirklich großartig (wenn auch für meinen Geschmack zu gewollt prollig - ich frage mich, ob sich die Abiturienten mit den kaputten Designerjeans daheim auch so aufführen) und bei mir schwingt das Tanzbein immer dann, wenn sich die Rock & Roller der Band in den Vordergrund spielen. Nach gut 3 Stunden Vollbedienung ist man (respektive ich) völlig geplättet. Es langt dann wirklich mit Krachrock für diesen Abend, ich freue mich auf eine gepflegte Dosis PINK FLOYD. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.12.2002
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