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The Sixth Revelation:

kult2000-Festival, Dachau

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kult2000-Festival in Dachau 30.09.2000
Papa D. Vocal & Rhythm Guitar
Phil Jones Lead Guitar
Bassie Williams Bass
Tolla Williams Keyboards
Dasha Williams Drums
Länge: 135 Min

Dachau liegt ca. 30km östlich von München, noch im S-Bahn-Bereich und der dort ansässige Kulturverein organisiert alljährlich ein einwöchiges Festival mit abwechslungsreichem Programm.

Ich traf gegen 18.00 Uhr ein und fand am Dachauer Stadtweiher ein nettes kleines Fest vor. Da tummelten sich jede Menge Mütter mit ihren Kindern beim Holzspielzeug oder Malwettbewerb, die Dachauer Bauern informierten ausführlich über "Bio-Gyros" und auf einem Traktor -Anhänger machte eine bunthaarige Teenager-Punk-Band unter dem Programmpunkt "draußen und umsonst" einen fürchterlichen Lärm.
Zum Glück wurde ich von den Jungs von 6th Revelation gleich herzlich empfangen und ins Backstage-Zelt eingeladen, wo es ein wenig ruhiger zuging.
Dort war Geschäftigkeit angesagt. Man war mit Aufbau und Soundcheck im Verzug, Andrea, die gute Backstage-Seele der Band, bemühte sich derweilen beim etwas überforderten Veranstalter für Speis und Trank zu sorgen. Im Zelt standen für die Band nämlich nur ein Kasten Bier und Sandwiches (mit Schinken!?) zur Verfügung.
Das Veranstaltungszelt war für ca. 400 Personen ausgelegt und erschien den Jungs auch ein wenig unterdimensioniert und dementsprechend klein fiel auch die Bühne aus.
Ich dagegen hatte die Befürchtung, dass angesichts der gesichteten Festival-Besucher das Zeltchen wohl nicht einmal halb voll würde. Das freundliche Mädel am Kartenstand erzählte mir dann auch, dass der Vorverkauf nicht so toll lief.

Aber zum Glück sollte ich mich irren:
Als das Konzert gegen 21.45 begann, drängten sich die Menschen vor der Bühne, das Zelt war gestopft voll.
Und 6th Revelation legte gleich richtig los, spielte zuerst die fetzigsten Nummern des aktuellen Albums Don't stop trying und des 95er-Albums "Respect". Mein persönlicher Favorit ist ja "Dream", da kommt live noch mehr Tempo und gute Laune rüber als auf CD.

Dasha, hinter den Drums total eingeklemmt, war leider gar nicht zu sehen!

Der langwierige Soundcheck der 5 Perfektionisten hatte sich gelohnt, am Sound gab es nichts zu meckern.
Papa D. schaffte es trotz der Enge auf der Bühne seinen Bewegungsdrang auszuleben, sprang, rannte, schüttelte wild die Dread-Locks und schleuderte sein Handtuch herum. Und auch der lange schwarze Ledermantel flog bald in die Ecke.

Das wirkt ansteckend, auch auf ein Publikum, das wohl überwiegend weniger Reggae-Konzert-erfahren ist. 400 Menschen wippten im Takt und kamen der Aufforderung Papa D.s zum Mitsingen brav nach. Bei den Kids kam immer dann besonders Stimmung auf, wenn Tolla, zuständig für die DJ-Parts, zum Mikro griff.

Um dann auch noch beim restlichen Publikum die Stimmung richtig anzuheizen, sind sich 6th Revelation auch nicht zu schade, den Joker Bob Marley zu ziehen. Nach "One love" und "No woman no cry" brodelte es im Zelt.

Ich finde ja, dass die Band es eigentlich nicht nötig hat, auf alte Marley-Klassiker zurückzugreifen, die haben genügend eigenes hervorragendes Material.
Aber sie gehen sehr sensibel auf die Bedürfnisse des Publikums ein, und der Erfolg scheint ihnen recht zu geben. Das vom Veranstalter gesetzte Limit wurde somit ausgenutzt und bis Punkt 24.00 Uhr gespielt.

6th Revelation nutzte dabei auch die Gelegenheit, ein paar neue Nummern auszuprobieren, dass ein oder zwei davon noch etwas holprig waren, ist bei der guten Stimmung sicher nicht sehr vielen Leuten aufgefallen.

Der eigentliche Star der Veranstaltung hieß allerdings Shahina. Die knapp siebenjährige Tochter des Bassisten stampfte mitten im Konzert auf die Bühne und setzte sich mit grimmiger Miene vor die Drums. Offensichtlich fand sie, dass Papa nun genug Musik gemacht hatte und sich endlich wieder um sie kümmern sollte.
Aber nachdem sie jedem die Zunge gezeigt hatte, siegte auch bei ihr die gute Laune und die Kleine stahl allen die Schau, indem sie mal Papa D. imitierte und beherzt die Luftgitarre spielte.

So waren nach 2 1/4 Stunden alle zufrieden, Band, Publikum, Veranstalter, und auch Shahina, die bald nach dem Konzert auf Papas Schoß einschlief.
Da sag ich nur: Maximum Respect.

ID (Impressum, Artikelliste), Februar 2001 (Text und Photos)

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