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The Steve Schuffert Band
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Es ist schon traurig, dass heute Abend (13.03.2004) wieder ein millionenfaches Publikum, darunter auch sicherlich eine immense Anzahl Leute meiner Generation, vor dem Bildschirm verweilen wird, um sich das Duell zweier quäkender Rotzgören anzutun, deren Siegerin uns ihren Aufstieg in die Halb-Promi-Welt mit wochen- und monatelanger Medienpräsenz danken wird.
Dabei werden zum gleichen Zeitpunkt sicherlich genügend hochqualifizierte Musiker durch irgendwelche Clubs in Deutschland rumtingeln, um dem armseligen hartgesottenen Rest an Publikum ihre Künste zu vertretbaren Preisen darzubieten.
Ich bin ein Rockmusikfan - holt mich da raus - aus diesem Albtraum von um sich greifender geistiger und geschmacklicher Verarmung unseres Vaterlandes!

Ein gutes Gegenbeispiel ist einmal mehr die Steve Schuffert Band, die nach zwei Jahren ins Duisburger Parkhaus zurückkehrte, wo sie damals ihr starkes Live-Album einspielte.
Völlig durchgefroren nach dem 1:0 Arbeitssieg von Rot-Weiss Essen gegen Eintracht Braunschweig bei nasskaltem Schweinewetter, kamen wir pünktlich zum Auftaktstück You're Not Worth With It gegen 22.00 Uhr am Spielort an; danke Jungens, dass ihr solange gewartet habt.

Langes Gesicht allerdings mal wieder, als man die Zuschauerresonanz zur Kenntnis nahm, vielleicht 100 bis 120 anwesende Leute. Aber egal, der tollen Atmosphäre in dem kleinen gemütlichen Club tat das keinen Abbruch.
Ich frage mich aber trotzdem, was so eine Band eigentlich noch machen soll, um von diesem Land zur Kenntnis genommen zu werden.
Da bringen sie fast jedes Jahr eine Scheibe heraus, die man blind kaufen kann, liefern unzählige Konzerte zum Anfassen auf allerhöchstem Niveau ab und kaum ein Mensch zollt dem Tribut. Letztendlich bleibt die Hoffnung, dass diese Hartnäckigkeit dann doch irgendwann belohnt wird, ich gönne es Schuffert und Co. jedenfalls von Herzen.

In diesem Jahr steht nun ihre neue CD "Love, Sex and Freedom", die von meinem bayrischen Amigo und Kollegen Fred S. wieder zurecht in höchsten Tönen gelobt wurde, im Mittelpunkt ihrer Tour, was sich auch in der hohen Anzahl von neun gespielten Songs niederschlug.
Allerdings wurde auch schon ein Teil der Lieder auf ihrem Gig im Mülheimer Starclub vor zwölf Monaten präsentiert, von daher ähnelte sich der Ablauf doch recht deutlich.
Zwei Sets mit eingebauter Pause, die sich dadurch verlängerte, dass es diesmal große Probleme mit dem Bassverstärker von Pete Tomarakos gab (O-Ton Steve "We fixed it buy cutting one of my nuts off"), ein kurzer Akustikteil, sowie Drum- und Bass-Soloeinlagen. Ebenso ein BEATLES-Medley mit Pete an der Front ("The Man with the Bass, The Man with the Face"). Dieses Jahr gab es A Hard Days Night und Back In The USSR zu hören. Dazu ein kämpferischer Bandleader und natürlich massenhaft geile Gitarrensoli.
Also im Westen nichts neues hätte ich fast gesagt, aber trotzdem gut.

Von den Stücken her, wussten explizit das melodische Love Me Too, das Schuffert-Stück-Überhaupt Walk On Down The Road, das gitarrenlastige Ain't No Saint, der brilliant gespielte Blues Hold Somebody und die neuen Sachen wie When The Master Becomes A Slave und naturelement Love, Sex and Freedom zu gefallen.
Die Ballade Free kam ein wenig blass daher, da erschien mir das neue auch recht ruhige Here to Love You mit dem tollen Gitarrenfinish besser angebracht.
Ganz lustig war es, als Steve sich im Akustikteil über ein paar schnatternde Mädels beklagte und fragte, was denn ,ruhig' auf deutsch heißen würde. Die prompte ruhrpottübliche Antwort ließ nicht lange auf sich warten: ,Schnauze' klang es aus gleich mehreren Kehlen.
Schön fand ich auch, dass er diesmal beim Erwerb der neuen CD bei Nichtgefallen ein Rückgaberecht einräumte, man könne ihm dann eine E-Mail schicken. Ja also, wenn das kein zusätzliches Kaufargument ist... (O-Ton: To my own damnation, I am to much of an artist, to make Music that makes money)
(Und die Redaktion bietet zusätzlich noch eine Tracht Haue für denjenigen Banausen an!)

Nett dann auch ein für Künstler doch recht ungewöhnliches Phänomen: Da wir als Home of Rock ja doch schon einiges über das Trio im Laufe der Zeit geschrieben haben, und ich Steve noch ein tagsüber mit ,heißer Nadel gestricktes' HoR-T-Shirt mit reflektierenden Farben, dass hoffentlich jetzt bald mal in Produktion gehen wird, überreicht hatte, streifte er es sich im gesamten zweiten Part über, und machte so auch ein wenig Werbung für unsere Sache, und bedankte sich nach dem Gig noch mal recht herzlich.
Also hier ist zumindest angekommen, dass das Leben ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist.
Alles in allem mal wieder fast drei Stunden beste Rockmusik-Unterhaltung.
Ich kann abschließend nur nochmals appellieren: Leute, bewegt Euren Hintern, unterstützt solche Jungs und bekämpft diesen sich immer schlimmer ausbreitendenden Unfug.
Fotografiert hat wie auch in Mülheim mein Kollege Jörg Litges.
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