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Fotos: Friedemann Schmidt
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Poverty's No Crime
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Threshold
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| Bochum, Zeche, 18.01.2009 |
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Wieder mal pilgerte ich für das Home of Rock nach Bochum in die altehrwürdige Zeche. Auf dem Terminplan stand das einzige Deutschland-Konzert der Prog-Rocker THRESHOLD. Also, zeitig auf den Weg gemacht, damit noch ein guter Platz ergattert werden kann. Doch was muss ich an dem vernieselten, tristgrauen Nachmittag 30 Minuten vor dem offiziellen Einlass erblicken: Gerade mal 30 Musikbegeisterte verlieren sich vor dem Eingang. Scheinbar ist Bochum kein sehr gutes Pflaster für die Prog-Rock-Fraktion, musste doch Neal Morse hier schon vor einer halbleeren Halle spielen. Nach dem Einlass wird die Lage gecheckt und genau wie bei Mr. Morse sind auch hier die oberen Ränge abgesperrt. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Location nicht ausverkauft ist.
Um 19:15 Uhr betraten POVERTY'S NO CRIME die Bühne. Dem Namen nach kannte ich die Band zwar, hatte aber bis zu diesem Moment noch nicht eine einzige Note der Hanseaten gehört. Das sollte ich allerdings schnellstens ändern, denn was die gut 150 Leute in der Halle geboten bekamen, war Progressive Rock vom Feinsten, der prima zu THRESHOLD passt. Da hat man ein klasse Billing zusammengestellt.
In den 50 Minuten Spielzeit machten PNC einen Streifzug durch ihre Alben und hinterließen zum Schluss ca. 400 begeisterte Leute. Den schwersten Stand hatte trotz der guten Performance der Sänger, der auf die Schnelle für den stimmlich angeschlagenen Volker Walsemann einspringen musste. Meiner Meinung nach hat er seinen Job ganz gut gemacht.
So langsam hatte sich die Halle gefüllt und die geschätzten 700 Fans warteten geduldig, bis der Umbau über die Bühne gegangen war. Was dann folgte, war eine Vollbedienung der Briten. THRESHOLD kamen und siegten an diesem Abend eindeutig.
Los ging es mit Slipstream, welches sich als Opener anbot, denn es wurde lautstark mitgesungen, der Funke sprang direkt über und somit war geklärt, dass das Publikum dem Sextett aus der Hand fressen würde. Mission Profile und Oceanbound sorgten erst einmal dafür, dass sich die Truppe aus GB warm spielen konnte und auf der sicheren Seite musizierte, ohne Gefahr zu laufen mit dem "neuen-alten" Sänger zu große Experimente an den Anfang des Gigs zu stellen. Für mich waren die Songs etwas gewöhnungsbedürftig, da ich diese nur mit Mac - dem Nachfolger und Vorgänger von Mr. Wilson - kenne, und ihn auch für den besseren Sänger halte, aber der Stimmung, die THRESHOLD direkt zu Beginn des Konzertes von der Bühne ins Publikum feuerten, konnte man sich einfach nicht entziehen.
Mit Part Of The Chaos vom 97er Album "Extinct Instinct" begann der Schritt in die Zeit, als Damian Wilson bereits schon einmal Sänger bei den Briten war. So langsam hatte auch ich mich an den "neuen" Sänger gewöhnt, der alleine durch seine sympathische Art mächtig zu überzeugen wusste. Mit Hollow ging es wieder zurück zum aktuellen Longplayer, um direkt danach mit Exposed wieder in die Vergangenheit zu riffen. Es zeigte sich mehr als deutlich, dass das alte Material sich in keiner Art und Weise hinter den neuen Songs bzw. den "Hits" der Band verstecken muss.
Was dann kam, habe ich auf einem Konzert dieser Größenordnung auch noch nicht erlebt. Bei diversen Instrumentalparts der Gitarrenfraktion um Karl Groom und Pete Morten verließ Mr. Wilson die Bühne in Richtung Bierstand, um - so seine eigenen Worte - einen Energiedrink nachzutanken, tauchte kurz drauf irgendwo mit einem Bier in der Hand im Publikum wieder auf, um gemeinsam mit den Fans die Band auf der Bühne abzufeiern, danach wieder nach oben zu stürmen und seinen Part weiterzusingen. Cool!!! So bekamen auch die hintersten Reihen ab und an einen Besuch des Sängers abgestattet, der um etwas mehr Beteiligung auf den hinteren Rängen bat. Geile Aktion.
Das Programm selber ging mit einem Querschnitt der "Dead Reckoning", "Extinct Instinct" und "Hypothetical"-Alben weiter. Als Zugabe dann noch das obligatorische Sanity's End vom 93er Debütalbum "Wounded Land" und mit einer sehr starken Live-Version von This Is Your Life des aktuellen Drehers schickte man die Fans nach 90 Minuten glücklich nach Hause. Damian Wilson verließ als erster die Bühne und machte sich direkt auf den Weg zu den Fans in der Halle, gab fleißig Autogramme, ließ Fotos von sich und den Fans machen und suchte überhaupt den direkten Kontakt, während auf der Bühne seine Kollegen den Abbau machten.
Insgesamt präsentierten sich THRESHOLD als eine perfekt eingestellte Band, die sichtlichen Spaß an dem Abend hatte und trotz der kleinen Zuschauermenge keinen Gang zurückschaltete. Egal ob Johanne James an den Drums, Richard West an den Tasten oder die Saitenfraktion bestehend aus Karl Groom und Pete Morten sowie Steve Anderson, es machte einfach nur Laune, mit den Herren diesen Abend gemeinsam zu zelebrieren.
Ein dickes Danke an die Soundleute vor und auf der Bühne, die für einen klaren und druckvollen Sound sorgten, auch schon bei POVERTY'S NO CRIME.
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