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Bochum, Zeche, 26.05.2005

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Fotos: Jörg Litges
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Thunder
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Bochum, Zeche, 26.05.2005

Nun hat es also doch noch geklappt. Die alten Strategen von THUNDER luden zum wiederholten Male zu einer kleinen Deutschland-Tour, nachdem die für März angesetzte Konzertreise kurzfristig abgesagt werden musste. Hamburg, Bochum und München standen auf dem Programm der englischen Hard-Rocker, die nun immerhin auch schon seit gut 15 Jahren das Business aufmischen und Höhen und Tiefen offenbar gut weggesteckt haben.

Thunder
Chris Childs
Thunder
Danny Bowes

 Thunder Die gut gefüllte Bochumer Zeche jedenfalls sah sich einer gut gelaunten THUNDER-Truppe gegenüber, die fast in der Urbesetzung der ersten Platte von 1990, gekonnt auf der Klaviatur der Gefühle zu spielen verstand. Der mittlerweilen kurzgeschorene und komplett ergraute Shouter par excellence, Danny Bowes, hatte das Publikum vom ersten Song an (Loser) voll im Griff. Die Meute schien zu 90% aus beinharten THUNDER-Fans zu bestehen und liess sich aber auch zu gerne an die Hand nehmen. Bowes gelang es, mit einer kurzen und eindeutigen Armbewegung die Menge in Ekstase zu versetzen. Rufende, johlende, singende, klatschende und kopfschleudernde THUNDER-Jünger allenthalben. Und unserem Haus-und Hofberichterstatter und verehrten HoR-Kollegen Epi Schmidt war es nicht vergönnt dabei zu sein. See you next time, lad...

Thunder
Thunder

Kollege Jörg Litges (der die Fotos schoss) und ich, die quasi als neutrale Berichterstatter fungierten, fanden aber auch das eine oder andere Haar in der Suppe. Nachdem uns im Vorprogramm die Hamburger Truppe 3 WISHES mit ihrem netten, hooklastigen Melodic Hard Rock, der irgendwie an die guten alten 80er Jahre Bands erinnerte, die Ohren zugekleistert hatte, weil Keyboards und Bass viel zu laut waren, gelang es dem THUNDER-Mischer zwar etwas mehr Transparenz in die Halle zu zaubern und das mulmige Gewummer abzustellen. Aber so ganz auf der Höhe seiner Kunst schien der THUNDER-Gefolgsmann auch wieder nicht zu sein. Keine Ahnung, warum Harry James' Snare-Sound so unverhältnismässig laut durch den Saal peitschte und die Prägnanz der beiden Rhythmusgitarren zersplitterte. Oder warum die wenigen Gitarren-Soli von Ben Matthews viel zu spät oder wenn doch, dann immer etwas zu leise gefeatured wurden.

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Luke Morley
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Ben Matthews
Steht der gute Ben im Gegensatz zu Saitenheld Luke Morley nur als Axeman zweiter Klasse auf der Bühne?
Das mag den hingebungsvollen Fan, der jeden Song von vorne bis hinten auswendig kennt, möglicherweise kaum stören. Aber ich armer Tropf, dem der gestochen scharfe Gitarrensound der THUNDER-Alben immer gut in Erinnerung geblieben ist, vermisste dann doch diesen messerscharfen Vintage-Hard-Rock-Gibson Les Paul-Sound.

 Thunder Aber Freunde, mal ganz abgesehen von dieser nicht bös gemeinten Nörgelei, steht Mastermind Luke Morley zweifelsfrei ganz oben auf der Liste der 1-a Hard-Rock Gitarristen. Und Danny Bowes schafft es auch über eine Strecke von mehr als neunzig Minuten, sein Jimmy Barnes meets Paul Rodgers meets David Coverdale-Organ lupenrein über die Rampe zu bringen. Alle Achtung, solche Shouter lob ich mir! Bowes hat es zwar in manchen Phasen etwas übertrieben mit der Publikumsanimation, doch dem ergebenen Volk machte es sichtlich und hörbar Spass. Also, alles richtig gemacht, Freunde.

Meinen persönlichen Favoriten vom vorletzten THUNDER-Album "Shooting At The Sun", Blown away, habe ich zwar schmerzlich vermisst und auch ihre wunderbare LED ZEPPELIN-Hommage Until my dying day fehlte. Doch dafür brachten die Herren immerhin solche Abräumer wie Love walked in, Dirty love und Low life in high places. Man kann schliesslich nicht alles haben.
Die Titel des aktuellen Albums sind mir leider noch nicht so geläufig, aber so einen Konzertkracher wie I love you more than Rock'n'Roll nimmt man doch immer gerne mit.

 Thunder Im Grossen und Ganzen war es ein zufriedenstellendes Ereignis, mit reichlich Highlights und einem offenbar sehr zufriedenen Publikum, welches sogar dem abgedroschenen und von THUNDER nicht unbedingt zu erwartenden STONES-Oldie Satisfaction im Zugabenteil mit entzückten Jubelschreien begegnete. Rock on, folks, rock on.

[Die Zugabe war der totale Griff ins Klo. Anstatt den geplanten "Backstreet Symphony" und "Better Man", "Play That Funky Music White Boy" und "Satisfaction" zu spielen, kann nur auf die zu hohe Hitze in der Zeche zurückzuführen sein. Ansonsten geiles Konzert. Der enttäuschte Fotosklave]

Frank Ipach (Craving Hands), (Impressum, Artikelliste), 27.05.2005

Fotos: Jörg Litges, (Impressum, Artikelliste), 26.05.2005

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