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Konzertbericht:

Uriah Heep

Blue Öyster Cult

Supp.: Fireball Ministry

Lichtenfels, Stadthalle, 14.12.2003

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Fotos:
Adelina Schmidtlein (München, 11.12.2003)

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Uriah Heep - Bernie Shaw
Bernie Shaw
Uriah Heep - Mick Box
Mick Box
Uriah Heep - Phil Lanzon
Phil Lanzon, der Weihnachtsmann
Lichtenfels, Stadthalle, 14.12.2003

Jeder Musikfreund dürfte wohl an diesen Abend, mit dem in der Lichtenfelser Stadthalle gastierenden Headliner-Package, voll auf seine Kosten kommen. D.h. die New Yorker Legende BLUE ÖYSTER CULT, die vor 10 Jahren das letzte mal in old Germany gastierten und, but not least, die britischen Heavy-Veteranen URIAH HEEP. Schätzungsweise 500 Zuschauer waren gekommen um dieses Spektakel zu verfolgen.
Doch bevor die Rockdinosaurier die Bühne betraten, durften sich FIREBALL MINISTRY als Anheizer profilieren. Die relativ jungen Metaller aus Cincinnati/Ohio bretterten harte BLACK SABBATH meets MONSTER MAGNET Riffs in die vorderen Reihen. Auffällig die echte Spiellaune und die zwei weiblichen Akteure, Gitarristin Emily J. Burton und Bassistin Janis Tanaka (war mit Pink auf Tournee!). Die restlichen Mitstreiter sind Sänger James A.Rota (der visuell an den jungen Ozzy erinnert) und Drummer John Oreshnick.
Gerade eben erschien ihr Debüt "The Second Great Awakening" auf Nuclear Blast Records.
Jedenfalls ein weiterer Hoffnungsträger in der Powermetal-Szene.

Gegen 20 Uhr endlich löst sich bei der legendären Ansage ".Here We Come from New York City. Bluuueeee Öyster Cuuult!" die innere Anspannung der treuen Anhänger. Für mich unbedingt ein denkwürdiger Augenblick.
Mit Bucks Boogie steigen BÖC dann auch gleich standesgemäß in den knapp 60 minütigen Gig ein.
Der altbackene Hardrock mit dem gewissen Touch Mystik ist bis heute in keine Schublade zu packen. "...brachten die Rock-Magie der Doors, das hysterische Pathos von Black Sabbath, den zynischen Boogie der Rolling Stones und die apokalyptische Ekstase der MC 5 in phantasievoller Manier zusammen." (B.Graves, S.Schmidt-Joos, B.Halbscheffel/Rock-Lexikon). Ihre Trademarks sind großartige Leadvocals plus göttliche Gitarrenmomente.

Die Altrocker performten in der gleichen Besetzung wie auf dem aktuellen Live-Longplayer "A Long Days Night". Die Gründungsmitglieder Eric Bloom (Voc, G, Keys) Jahrgang 1944, Allen Lanier (Keys, G) Jahrgang 1946, Donald "Buck Dharma" Roeser (G, Voc) Jahrgang 1947, Danny Miranda (Bass, Voc) seit 1995 dabei und Bobby Rondinelli (Drums) trommelte vorher u.a. bei Black Sabbath, Rainbow, kam 1997 zu BÖC.
Die Musiker zelebrierten die Tracks aus 35 Jahren Bandgeschichte so spielfreudig, dass einem warm ums Rockerherz werden musste. Etwas erschreckend dabei wirkten die nicht zu übersehenden Alterserscheinungen einiger Bandmitglieder. Die Jungs spielten trotzdem unwahrscheinlich tight.

Als Novität im regulären Set kam auch Black Blade vom "Cultosaurus Erectus" Output zum Vortrag. Bei diesem Werk arbeitete die Band mit den Science-Fiction Romancier Michael Moorcock als Songautor zusammen.
Nach dem obligatorischen Schlusstrack Dont Fear The Reaper wurden die Austern dann noch einmal zur Zugabe The Red And The Black zurückgeholt.
So endete an diesem Abend ein denkwürdiger Gig einer wirklichen Rocklegende und das ohne Sauerstoffzelt.

Setlist:
1. Buck's Boogie
2. Stairway To The Stars ("Blue Öyster Cult", 1972)
3. Dance On Stilts ("Curse Of The Hidden Mirror", 2001)
4. Burning For You ("Fire Of Unknown Origin", 1981)
5. Pocket ("Curse Of The Hidden Mirror", 2001)
6. Black Blade ("Cultosaurus Erectus", 1980)
7. Cities On Flame ("BÖC", 1972)
8. Godzilla (Bass-Solo, Drum-Solo) ("Spectres", 1977)
9. Don't Fear The Reaper ("Spectres", 1977)
10. The Red And The Black ("Tyranny And Mutation", 1973)

Uriah Heep - Mick Box

Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann "die alten Haudegen" URIAH HEEP, die in Franken einen erhöhten Beliebtheitsgrad genießen, auf die Bühne.
Euphorisch begrüßt lassen diese gleich beim Opener Easy Livin' die Katze aus dem Sack. Frontmann Bernie Shaw (seit 1987 dabei, ex-Stratos, Praying Mantis, Grand Prix) kokettierte wie ein Hollywood-Rockstar vor dem sichtlich gut aufgelegten Publikum.
Sie spielten mit dem seit 1985 konstanten Line-Up; Shaw (Vocals) dem ewig gut gelaunten Mick Box (Guitar, Gründungsmitgl.) Drumkoloss Lee Kerslake (seit 1971-79,1982 dabei), 70's Lookalike Bassist Trevor Bolder (seit 1976 dabei) und Orgel-Wizard Phil Lanzon (seit 1986 dabei).
Der "Rolling Stone" konstatierte damals, "wenn man sie mag, dann mag man sie; wenn man Musik mag, dann mag man sie nicht" (Graves,Schmitd-Joos, Halbscheffel/Rock-Lexikon).

URIAH HEEP performten präzise wie ein Uhrwerk durch die gesunde Mischung aus aktuellen Tracks und den immer wieder geforderten Klassikern. Kaum zu leugnen war aber auch, dass vor allem Routine die Show bestimmte.
Die Höhepunkte des Auftritts waren sicherlich Sunrise, Gypsy, leider viel zu stark gekürzt, und July Morning, welche die Magie der alten Tage wieder heraufbeschworen.

Natürlich kamen die Rockveteranen ohne Zugaben nicht aus dem Saal, die mit Lady In Black nach 75 Minuten ein viel zu frühes Ende fanden.
Einen Makel muss man der Band trotzdem anrechnen: Sie waren zu routiniert und emotionslos. Das Fazit: Man hätte die Dezibel etwas reduzieren können, um der schlechten Hallenakustik entgegenzuwirken.
Insgesamt mit diesen Abstrichen ein gelungener Abend! Rock'n Roll will never die.

Uriah Heep - Bernie Shaw

Setlist:
1. Easy Livin' ("Demons and Wizards", 1972)
2. Shadows Of Grief ("Look At Yourself", 1971)
3. Cry Freedom ("Raging Silence", 1989)
4. Pilgrim ("Sweet Freedom", 1973 )
5. Other Side Of Midnight ("Head First", 1983)
6. Stealin' ("Sweet Freedom", 1973)
7. Wise Man ("Firefly", 1977)
8. Wizard ("Demons and Wizards", 1972)
9. Devils Daughter ("Return to Fantasy", 1975)
10. Sunrise ("The Magicians Birthday", 1972)
11. Gipsy ("Very' 'Eavy Very 'Umble", 1970)
12. July Morning ("Look At Yourself", 1971)
13. Bird Of Prey ("Salisbury", 1970)
14. Bad Bad Man ("Raging Silence", 1989)
15. Lady In Black ("Salisbury", 1970)

Ingolf Schmock, (Artikelliste), 22.12.2003

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